Alles neu hier?!

Hallo liebe ExilberlinerInnen,

Lange habe ich diesen Blog nicht mehr geschrieben, lange keine Worte mehr gefunden, die es zu sagen gilt. Doch habe ich jetzt eine neue Aufgabe und jemanden für den ich diesen Blog schreibe: für meinen Sohn.

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Ja ich bin mittlerweile seit 10 Wochen glückliche Mama eines kleinen Sohns und wenn ich meinen letzten Artikel ansehe ist das wie eine andere Welt für mich.

Ich habe Höhen und Tiefen erlebt, Abschiede von Träumen und geliebten Menschen und mich auf zu neuen Ufern gemacht.

Ich bin mittlerweile glücklich in der Eifel angekommen, weit ab von allem, was ich als Exilberlinerin jemals vorher wollte.

Ich habe gesagt, niemals schafft man mich in die Pampa.

Niemals werde ich wieder auf einem Dorf leben, schon gar nicht, wo abends um 23 Uhr die Straßenbeleuchtung abgeschaltet wird.

Niemals werde ich ein Haus besitzen, da ich mich nicht an einen Ort binden möchte.

Niemals werde ich einen Führerschein machen müssen.

Und schon gar nicht ziehe ich in eine so einsame Gegend wie die Eifel.

Doch die Welt dreht sich und ich mich mit. Mit neuen Zielen kamen eine neue Liebe und neue Wünsche, die mich schließlich hierhin führten.

Während ich hier schreibe, schneit es in meinem Rücken ununterbrochen weiter und mein Sohn schläft und zappelt fröhlich vor sich hin. Mein Liebster arbeitet in seiner Werkstatt und zimmert uns eine Küche. Und ich?

Ich schreibe wieder und lasse meinen Gedanken neuen Raum, stupse ab und zu die Wippe des Kleinen an und genieße die Stille.

Ab nun werde ich also mehr hier aus der Pampa schreiben und über das neue Dorfleben als ehemalige Großstadtpflanze berichten.

Bis bald,

eure Henny

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Ab in die Blütenflut

Hallo meine lieben ExilberlinerInnen,

nachdem ich gestern einen ersten Eindruck gegeben habe, wo ich mich rumgetrieben habe, möchte ich euch heute weitere tolle Bilder zeigen, die bei meinem Ausflug gestern entstanden sind.

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eines meiner Lieblingshäuser in unserer Umgebung

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und auf gehts ins Getümmel

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Ja, die tropische Wärme war zu spüren, aber sehr angenehm.

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leider haben die Blätter mich nicht tragen können.

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Spieglein, Spieglein im Wasser, wer ist die schönste Kröte in Bonn?

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Wer möchte kann gerne einmal selbst vorbeischauen:
Meckenheimer Allee 171, 53115 Bonn
Öffnungszeiten der Gärten: Mo-So: 10-18h im Sommer (außer Samstags am Ruhetag), Sonntags mit Eintritt (Erwachsene 3€, Kinder 1€) die Gewächshäuser Mo-Fr: 10-12h; 14-16h, Sonntags 10-17:30h

Bis bald,

Eure Henny

Neues aus dem Exil

Hallo meine lieben ExilberlinerInnen,

ich bin zurück aus der Blog- und Krankheitspause und habe euch viele Eindrücke aus dem Exil mitgebracht. Ich habe einige Tage in der Fränkischen Schweiz verbracht und kann euch nur sagen, dass es ein Ort zum absoluten Runterkommen von Stress ist. Natur wohin man schaut, so gut wie kein Internetzugang (weshalb ich auch erst jetzt dazu komme euch mein Reiseziel vorzustellen) und vor allem Ruhe. Das ist es was die Fränkische Schweiz ausmacht, und natürlich noch vieles mehr.

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Die oben eingefügten Bilder wurden von mir während einer Tour von Windischgaillenreuth über Birkenreuth und wieder zurück aufgenommen und zeigen kleine Auschnitte dieser schönen Umgebung. Dieser Ort ist für uns immer ein Ort der absoluten Entschleunigung, nach der wir in unserer Gesellschaft von heute so viel streben und doch alles immer schneller brauchen. In den nächsten Tagen zeige ich euch gerne weitere Bilder meiner Wandertour durch Franken.

Bis bald,

Eure Henny

Stadtliebe Trier

Hallo meine lieben Exilanten!

Wie lebt es sich eigentlich im Exil? Gut soweit, die Städte im Westen Deutschlands sind wunderschön und halten viele Überraschungen bereit. Heute möchte ich gerne ein wenig mehr über meine erste große Stadtliebe im Exil berichten, Trier.

Ich habe ja bereits beschrieben, dass ich aus vor allem aus Liebesgründen damals in die älteste Stadt Deutschlands zog, um mein Studium zu beginnen. Und dies offen gesagt mit einem ziemlich großen Hasenherzen. Wie jede kleine Berliner Wurzel fiel es auch mir schwer, sich ein Leben außerhalb der Grenzen Berlins vorstellen zu können, doch trieb mich mein Wille letztlich doch nach draußen, auch wenn es damals viele Diskussionen über meine Gründe gab. Doch ich erlebte eine Überraschung mit der ich nicht gerechnet hätte: Ich verliebte mich Hals über Kopf in meine neue Wahlheimat und hänge bis heute, auch wenn ich dort nicht mehr lebe, sehr an diesem Ort. Aus mir wurde ein kleiner Mosellaner.

Wer einmal außerhalb Berlins diese wunderschöne so andersartige Natur gesehen und die Weinberge bestiegen hat, kann diese Liebe zum Land vielleicht nachvollziehen. Der Blick dort oben ist weit und wundervoll. Wir selbst haben jahrelang am Fuße eines Weinberges in Ruwer gewohnt und sind so oft wie möglich dort hochgegangen und haben den einmaligen Blick auf die Stadt genossen.

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Es mag sein, dass hier das Herz und die Emotionen, die damit einhergingen in dieser Stadt einen sehr großen Einfluß darauf hatten, wie ich alles wahrgenommen habe. Aber ich habe den Ort geliebt.

Doch das kleine Berliner Herz hat doch an manchen Stellen das ein oder andere Mal gemurrt und Vergleiche angestellt, die der kleinen Universitätsstadt nicht standhalten konnten.

Zum Einen hat Trier ein großes Manko: Sein nahezu Unerreichbarkeit. In den 7 Jahren, die ich dort gelebt habe, hat es die Stadt dank etlicher Einsparungsmaßnahmen der Bahn geschafft zu Deutschlands schwerst zu erreichender Stadt zu werden. Ich übertreibe leider nicht, wurden doch in den letzten Jahren nahezu allle schnelleren Verbindungen aus der Stadt gekappt, so dass man in größere Orte wie Saarbrücken, Luxemburg, Koblenz oder Köln fast nur noch mit der Regionalbahn fahren kann. Auch die Anbindung an das Fernbusnetz erfolgte spät, so dass es für Berliner Verhältnisse mit den Anbindungen doch recht schwer fällt und das kleine verwöhnte Berliner Herz sich erst lange an die sehr zögerlichen Verbindungen in Trier gewöhnen musste.

Zum anderen kann das doch recht kleine Trier, was seine Kulturszene angeht, nicht mit der Großstadt mithalten. Auch hier kam es in den letzten Jahren zu großen Einschnitten aufgrund von Sparmaßnahmen der Stadt, die Trier nicht gerade zu einer Kulturmetropole machen. Die Theaterszene ist klein und bescheiden und kann gegen den Giganten Berlin mit zahlreichen Bühnen und drei Opernhäußern bei weitem nicht anstinken. Hier zeigt sich wohl am meisten der kleine verwöhnte Berliner, wenn er in einer so kleinen Großstadt wie Trier den Vergleich mit der Hauptstadt sucht, welchen Trier gar nicht bieten kann. Insofern wohl ein sehr unfairer Versuch, fast als würde man Berlin mit New York vergleichen. Jede Stadt hat ihren eigenen Charme.

Trier lebt vor allem durch seinen Status als Universitäts- und Touristenstadt. Man spürt an jeder Ecke den studentischen Charme, sei es durch die vielen Cafés und Kneipen oder durch die extra eingeführten Hochschul-Buslinien, die in den Semesterferien doch sehr fehlen. Hier ist es klein beschaulich und intim, trifft man doch auf dem Weg immer wieder Bekannte, ist sogar mit dem Bürgermeister zeitweise per Du. Vielleicht ist es in dieser Hinsicht aber genauso unfair, Berlin, eine doch sehr große und unüberschaubare Metropole, mit dem kuscheligen Trier zu vergleichen.

Doch einen Vergleich braucht Trier bei weitem nicht zu scheuen, den historischen. Auch wenn es scheint, das Berlin im Laufe der Geschichte immer wieder zum Zentrum einschneidener Ereignisse wurde, hat Trier als älteste Stadt Deutschlands seinen eigenen historischen Kern zu bieten. Ob mit dem Wahrzeichen der Stadt, der Porta Nigra, dem Dom (eines der für mich schönsten Gebäude der Stadt), dem historischen Stadtkern oder als Geburtsstadt Karl Marxs. Die Stadt und Umgebung bietet eine einzigartige Kulturlandschaft voller Geschichte, die sich hinter der Hauptstadt nicht zu verstecken braucht. Ich bin stolz darauf in dieser Stadt studiert zu haben und dem Zauber der Gegend erlegen zu sein und kehre auch heute noch immer wieder gerne als Mosellaner dahin zurück.

Welches ist eure erste Stadtliebe und eure Geschichte damit?

Bis bald,

Eure Henny

 

Wie kommt man ins Exil?

Als ich vor acht Jahren aus Berlin wegzog, war dies eine bewusste Entscheidung, die ich traf.

Zum Einen wollte ich meinem Mann folgen, der zu dieser Zeit bereits seit zwei Jahren in der ältesten Stadt Deutschlands studierte (na, kommt ihr drauf? :-)).

Zum anderen bot mir Berlin keine Möglichkeit mehr, mich studientechnisch zu entfalten. Ich wollte raus aus der Stadt, neue Menschen und Orte kennen lernen. Meinen Horizont erweitern. So beschloss ich meine Koffer und Kartons zu packen und ans andere Ende Deutschlands zu ziehen.

Dabei muss ich sagen, dass ich schon sehr verwurzelt war mit meinem Kiez und kaum etwas anderes zu Gesicht bekam. Ich bin eine alte Charlottenburger Pflanze und hatte damals immer noch im Kopf: Dort geboren, aufgewachsen und sterben. Aber ich staunte nicht schlecht, als ich mich entschloss, den Schritt raus in die Welt zu wagen und muss sagen, ich bereue diesen Schritt keinen Augenblick.

Als junges StudentInnenkücken hatte ich damals noch keine Vorstellung, was es außerhalb der Stadt geben könnte und sah dies als großes Abenteuer. Ich habe bis dahin nicht sehr viel außerhalb Berlins kennengelernt und selbst den Osten Berlins als kleines Wessi-Kind kaum betreten (Ja, die Mauer existiert in unseren Köpfen immer noch. Fragt mal andere Berliner!). Umso größer also das Erstaunen über die Welt außerhalb der Kiezgrenzen.

Wieviel habe ich damals noch mit Berlin verglichen und tue es manchmal heute noch. Ob das Kulturangebot, Verkehrverbindungen, Hygiene oder der einfache Menschenschlag. Alles wurde mit der Heimat verglichen und wird es zum Teil immer noch. Auch wenn ich mich heute von meiner Heimat teilweise distanziert habe, so bleibt sie doch im Herzen eins, der Ursprung meines Seins und damit immer meine stärkste Wurzel, auch wenn ich mittlerweile andere Städte kennen und lieben gelernt habe. Auch diese Städte möchte ich euch hier auf meinem Blog vorstellen und mit der alten Heimat vergleichen.

Dennoch bleibe ich heute dabei, sagen zu können: Ich leb im Exil und das ist auch gut so. Ob ich jemals nach Berlin zurückkehre, bleibt offen. Unser Streben danach hält sich bislang in Grenzen. Zu schön sind die Erfahrungen Exilant zu sein.