Bücherschränke

Hallo meine lieben ExilberlinerInnen,

ich weiß dass es lange her ist, dass ich hier etwas geschrieben habe, doch das Interesse ist nicht verloren gegangen. Heute möchte ich euch etwas vorstellen, was ihr kaum in der ach so gehypten Hauptstadt finden werdet: Bücherschränke. Ich selbst habe das System erst richtig in Bonn kennen und schätzen gelernt. In fast jedem Stadtteil stehen hier Bücherschränke und alle sind sie auf unterschiedlichste Weise bestückt. Und obwohl ich mehr als 20 Jahre in Berlin gelebt habe, habe ich so etwas auch nur vergleichbares nie dort gesehen. Ich bin begeistert von diesem System und kann es euch nur ans Herz legen, wenn ihr einmal nach Bonn kommen solltet. Ich habe mittlerweile vier davon kennengelernt und besuche sie regelmäßig.

Doch was ist überhaupt so ein Bücherschrank? Das Sytem lässt sich einfach erklären. Es handelt sich um einen öffentlichen Schrank, der mit Glastüren verschlossen ist und in den alle Personen ihre alten oder nicht mehr gewünschten (aber bitte eigene) Bücher hinbringen können und dort andere interessante Bücher entnehmen können. Hat man sie „ausgelesen“, bringt man die Bücher zurück, oder bringt, be besonderem Gefallen, andere Bücher wieder in den Schrank. Auf diese Weise füllen sich die Bücherschränke Woche für Woche mit neuen durchaus spannenden Büchern und sind allen Menschen zugänglich.

Ich bin fasziniert von der Vielzahl an Menschen, die hier in Bonn auf das Angebot zurückgreifen und die Schränke immer wieder in ihrer Vielfalt verändern. Für weitere und genaue Infos schaut einmal auf dieser Seite vorbei. Und für alle, die eventuell Vandalismus oder sonstiges mit den Schränken vermuten könnten, den sei gesagt, dass ich die Schränke bislang in einem stets ordentlichen Zustand vorgefunden habe, egal in welchem Viertel ich sie antraf.

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Ein solches Projekt hat für mich Bilderbuchcharakter und sollte anderen Städten als Vorbild dienen, nicht zuletzt der Hauptstadt, die einem alles und zu jeder Zeit zugänglich machen möchte. Einige Nachbarstädte wie Trier haben sich dem Projekt angeschlossen und an öffentlichen Stellen ebenfalls Bücherschränke eingerichtet, die allerdings nur zu Öffnungszeiten der Stellen den Menschen zur Verfügung stehen und damit weniger Möglichkeit zu einem freien Zugang ermöglichen.

Ich wünsche mir mehr solcher Projekte, die die Menschen gleichstellen und allen einen Zugang zur Literatur ermöglichen, egal wie groß und klein, arm oder reich sie sind.

Bis bald,

Eure Henny

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