Gedicht zum Geburtstag

An meine Schwester

 

kleine Hände

kleine Füße

große Augen

großes Staunen

meine Zeit scheint still zu stehen

 

erste Küsse

erstes Lächeln

erstes Weinen

erstes Trösten

meine Welt scheint still zu stehen

 

sechs Uhr morgens

volle Windeln

strahlende Gesichter

gute Laune

meine Gedanken scheinen sich nur um dich zu drehen

 

Auf Tour

durch die Wälder

durch Sandkästen

und Spielhausgruppen

meine Zeit scheint still zu stehen

 

Der Kindergarten

die erste Liebe

dein Erik

deine Hilda

Die Erinnerung bleibst bestehen

 

Der erste Schultag

das Herz bis zum Hals

die Schultüte größer als du selbst

wie kann die Zeit nur so vergehen?

 

Ein großer Abschied

ein großer Schmerz

etliche Kilometer von dir getrennt

wann werden wir uns wiedersehen?

 

Und heute

bist du groß

so schnell

so schön

Wann bleibt die Zeit bloß wieder stehen?

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Auf einmal leer…

Was macht man, wenn man einen Menschen verloren hat, doch das Gefühl der Trauer nicht hochkommen mag?

Hat man versagt und ist ein emotionaler Holzklotz? Ist es wie ein Monster, das darauf lauert im ungünstigsten Moment herauszubrechen? Ich warte und warte…und doch passiert ist noch nichts. Ich habe sogar um Menschen geweint, die mir im Leben nur wehgetan haben. Doch nun regt sich wenig in mir? Es kommen Bilder hoch, Eigenschaften, die ich schätzte, andere die ich nicht so toll fand, aber weinen kann ich nicht. Vielleicht habe ich mich einfach zu sehr distanziert in den Jahren.

Für mich gehörte es immer dazu zu weinen, wenn man trauert. Doch ist es nun vielleicht anders? Vielleicht kann ich meine Trauer anders ausdrücken und verarbeiten. Merkwürdig ist es dennoch, so eine Veränderung zu bemerken und daruaf zu warten dass estwas geschieht. Ich habe nicht einmal mehr ein Foto, an das ich mich halten könnte. Vielleicht muss ich mich mit meinen schönen Erinnerungen trösten. Derer habe ich auf jeden Fall eine Menge.

Bis bald, Eure Henny