And the winner is…

Hamburg!

WHAT? Das dachten sich vermutlich etliche BerlinerInnen am Montag, als verkündet wurde, wer für Deutschland ins Rennen um die Olympia-Bewerbung 2024/2028 geht. Tatsächlich kam man dank geschickter Kampagne in der Stadt kaum mehr an dem Thema vorbei und trieb damit Exilanten fast zur Weißglut.

Warum bewirbt sich eine Stadt, die tagtäglich mit Milliarden Schulden und unfertigen Projekten zu kämpfen hat, um ein weiteres Projekt, was wieder ein riesiges Finanzloch in die Kassen schlägt? Es geht allein ums Image. Es ist nicht so, dass Berlin wirklich die Mittel hätte ein solches Projekt zu stemmen, wo doch schon wieder in den letzten Tagen die Hiobsbotschaft weiterer Schulden durch das Ich-kanns-nicht-mehr-hören-Projekt „Großflughafen Berlin-Brandenburg“ verkündet wurde. Die Stadt versinkt in Schulden, aber was will sie? Immer mehr, immer besser, immer weiter. Hauptsache Berlin boomt.

Daher war es nahezu bemerkenswert, dass die Berliner diesem Projekt erstmals in der Umfrage eine doch klare Absage erteilten und damit Hamburg den Vorzug gaben, die es „wohl ein bisschen mehr wollten“. Aber nun sich nach einer klaren Absage über diese zu beschweren, scheint mir auch nicht richtig. Da werden nun Vorwürfe laut, man hätte doch so gut präsentiert und doch nur eine Umfrage gemacht, die gar nicht das Stimmungsbild der Stadt wiedergab. Vielleicht war dies aber mal so. Vielleicht waren die BerlinerInnen einfach mal genervt von dem ewigen Bewerben und Krakelen um neue Projekte, Maßnahmen und Events in der Stadt.

Manchmal kommt es mir vor, als wäre die Stadt eine kleine verwöhnte Göre mit Zahnlücke, die in den vergangenen Jahren immer alles bekam und nur noch mehr wollte. Und obwohl alle Familienmitglieder schon genervt mit den Augen rollen, setzte es sich weiterhin immer trotzig durch und verlangte mehr, bis man ihm nun ein „Nein“ entgegenhält. Und was macht die Kleine? Sie heult und schmollt und stampft mit dem Fuß. Nützt aber nichts!

So wird sich Berlin wohl oder übel damit abgeben müssen, Hamburg bei der Bewerbung zuzuschauen und die Daumen zu drücken und sich einmal wieder seinen alten Bausteinen zuzuwenden, damit diese wenigstens einmal dann fertig werden. Wäre doch zur Abwechslung auch mal ganz schön, wenn man mal sagen könnte, wann das Projekt „Großflughafen“ wirklich fertig wird. Wenn Berlin aber weiterhin danach schreit, mehr zu wollen, können wir wahrscheinlich noch bis zum Sankt-Nimmerleinstag warten, bis dieses Projekt einmal fertig wird. Hauptsache, wir haben die größte Spielzeugkiste.

So, liebe BerlinerInnen, lehnt euch zurück und entspannt euch mal vom dauerhaft abgespannten Dasein und genießt, wie sich Hamburg mit der Bewerbung rumschlägt! 🙂

Advertisements