Gedicht zum Geburtstag

An meine Schwester

 

kleine Hände

kleine Füße

große Augen

großes Staunen

meine Zeit scheint still zu stehen

 

erste Küsse

erstes Lächeln

erstes Weinen

erstes Trösten

meine Welt scheint still zu stehen

 

sechs Uhr morgens

volle Windeln

strahlende Gesichter

gute Laune

meine Gedanken scheinen sich nur um dich zu drehen

 

Auf Tour

durch die Wälder

durch Sandkästen

und Spielhausgruppen

meine Zeit scheint still zu stehen

 

Der Kindergarten

die erste Liebe

dein Erik

deine Hilda

Die Erinnerung bleibst bestehen

 

Der erste Schultag

das Herz bis zum Hals

die Schultüte größer als du selbst

wie kann die Zeit nur so vergehen?

 

Ein großer Abschied

ein großer Schmerz

etliche Kilometer von dir getrennt

wann werden wir uns wiedersehen?

 

Und heute

bist du groß

so schnell

so schön

Wann bleibt die Zeit bloß wieder stehen?

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Wenn die Sehnsucht überwiegt…

Hallo meine lieben ExilberlinerInnen,

wie ich euch schon schrieb, hatte mich in den letzten Tagen die Sehnsucht nach alten Unitagen eingeholt und ich habe mich auf den Weg ins schöne Trier gemacht. Doch war ich überaus erstaunt, wie viel die Erinnerungen einem das Bild der Stadt vielleicht anders wiedergeben, als sie tatsächlich vor einem liegt. Ich finde die Stadt nach wie vor wundervoll und bereise sie gerne weiter als Besucherin, doch beschlich mich doch ein Gefühl, nicht mehr ganz dorthin zu gehören. Es ist merkwürdig. Man fühlt sich noch nicht völlig angekommen in der neuen Stadt und trauert der alten hinterher, doch besucht man diese wieder, scheint sie auch nicht ganz das zu sein, was einem die Erinnerungen vorgeben. Aber zunächst hier einige Impressionen, damit ihr versteht, was ich meine:

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Und wo man hinsieht, scheint einem immer die Sehnsucht der anderen nach der großen Hauptstadt entgegenzuspringen, die scheinbar immer noch als eine Gütesiegel für Kreativität und Qualität steht (irgendwie amüsant, wenn man mal nur die ganzen gescheiterten Projekte Berlins betrachtet. Die Wuscheligkeit, die oben auf den zu finden ist, gehört übrigens zu einem handgemachten Kiwi mit Namen Sir Walter, den ich hier in meinen Reiseerlebnissen öfter abzubilden gedenke. Auch ihm hat Trier wohl durchaus gut gefallen. Insgesamt habe ich mich immer noch sehr wohl gefühlt, was auch an den Menschen lag, die ich in diesen Tagen um mich hatte. Es wird wohl auch bis auf weiteres immer wieder Sehnsuchtsanfälle nach Trier geben, denen ich das ein oder andere Mal nachkommen werde.

Bis bald,

Eure Henny